Ca. 300 Jugendliche, aus land- und forstwirtschaftlichen Schulen folgten der Einladung zur Veranstaltung „Forsttechnik im Bauernwald – Klimawandel – Wegerecht – PEFC - Arbeitssicherheit“ nach Ossiach.


Auch heuer fanden die Vorträge im Alban Berg Saal der Carinthischen Musikakademie statt.

In seinen Grußworten griff KR Hermann Schluder das Thema Klimawandel auf. Er ist überzeugt, dass regionales Einkaufen und aktives Verwenden von Holz wesentlich mehr bringt als „fridays for future“.

Moderator DI Johannes Kröpfl hob hervor, dass viele der Besucher zukünftig für die Bewirtschaftung und damit auch für die Gestaltung eines Großteils der Landesfläche verantwortlich sein werden. Diese Veranstaltung soll helfen die zukünftigen Waldbesitzer auf die neuen Herausforderungen vorzubereiten.

Den schönen Rahmen im Alban Berg Saal nutzte der Moderator auch um Elisabeth Koreschnig für ihren langjährigen Einsatz bei der Organisation der Veranstaltung zu ehren. Mit einem ehrlichem „Des is jo für die Buam und Dirndln“ motivierte sie die Sponsoren jedes Jahr zu neuen Höchstleistungen.

Den ersten Vortrag zum Thema Wegerecht hielt Mag. DI Peter Herbst. Dass Waldbesitzer in vielen Fällen für Unfälle von Erholungssuchenden und sogar illegalen Mountainbikern auf Forststraßen und Steigen haften - Insbesondere wenn sie ihrer Sorgfaltspflicht nicht nachkommen – überraschte viele Teilnehmer. Er erläuterte aber auch, wie man sich mit richtig aufgestellten Sperrtafeln und/oder Schranken gut dagegen schützen kann.

 Mag. Matthias Granitzer befasste sich in seinem Referat mit dem PEFC Gütesiegel. Dieses 1992 eingeführte Zertifikat, soll helfen,Wälder mit ihren für die Gesellschaft wichtigen Funktionen zukünftig zu erhalten. Derzeit sind in 51 Ländern, 750.000 Waldbesitzer mit 318 Mio. Hektar Wald zertifiziert. Durch den Kauf zertifizierter Produkte schützen die Konsumenten den Wald vor unkontrollierter Nutzung und sichern eine „Familienforstwirtschaft“ mit einem nachhaltigen Einkommen über Generationen.

Dr. Manfred Lexer, Waldbauprofessor an der Universität für Bodenkultur sprach über Waldbaustrategien im Klimawandel. Temperatur und Niederschlag werden sich zukünftig verändern. Die Veränderung wird allerdings eine weitere Bandbreite als heute haben. Daher ist es wichtig für einen Standort die am besten geeigneten Baumarten zu finden. Wichtige Parameter für den Standort sind dabei Seehöhe, Bodentyp, Gründigkeit, Geländeform, Wasserversorgung und Exposition. Diese Parameter sind relativ einfach zu bestimmen und sagen viel über die Nährstoff- und Wasserversorgung bzw über die Temperaturverhältnisse aus. Keinesfalls sollten allerdings Reinbestände mit den am besten geeigneten Baumarten begründet werden. Eine Mischung aus gut geeigneten Baumarten senkt das Risiko eines Totalausfalles beträchtlich. In den Tieflagen (400-600m Seehöhe) wird die Fichte langfristig keine Rolle mehr spielen. Dort werden Buche, Ahorn, Eiche und Kiefer oder „ausländische Baumarten wie die Douglasie und die Roteiche am besten gedeihen. Im Bergwald von 800-1200m Seehöhe kann die Fichte auch weiterhin dominieren. Flächenanteile von bis zu fünf Zehntel werden dort in Mischung mit Buche, Ahorn, Tanne, Lärche und Kiefer möglich sein.

 

DI Johannes Kröpfl zeigte vor dem Forstquiz einen von der SVB und der FAST Ossiach gedrehten Lehrfilm zur Aufarbeitung von Schadholz. Der Film trägt zur sicheren und hoffentlich unfallfreien Aufarbeitung bei.

Beim Forstquiz werden die Teilnehmer mit Fragen zum Vormittagsprogramm konfrontiert. Der Tagessieg ging bei den Burschen an Lukas Staber vom Litzelhof und bei den Mädchen an Vanessa Schwarz vom Bildungszentrum Ehrental. Die von großzügigen Sponsoren zur Verfügung gestellten Preise ließen die beiden vor Freude strahlen. Bei den höheren Schulen siegte Matthias Schlindl von der HBLA Pitzelstätten und die Gästewertung entschied Patrick Schnedl von der LFS Tamsweg für sich.


Bild 1 – Siegerfoto: kniend v.l.n.r. Vanessa Schwarz (Mädchenwertung); Tagessieger Lukas Staber; Matthias Schindl (Höhere Schulen) mit den Ehrengästen, Veranstaltern und Schulbesten.

Neu im Programm war die Challenge – Kleinseilwinden Trophy, die die LFS Goldbrunnhof für sich entschied. Sechserteams aus den Schulen hatten dabei mittels Kleinseilwinden einen Fichtenbloch durch einen Parcours zu transportieren. 


Bild 2 – Challenge - Kleinseilwindentrophy

Die wertvollen Preise überreichten LR Martin Gruber und Dipl.-HLFL-Ing. Alfred Altersberger. Aber auch die Direktoren einiger Fachschulen besuchten die Siegerehrung um ihren erfolgreichen Schülern zu gratulieren.

 

Vorträge zum Download:

Wege und Haftung im Wald
DI Peter Herbst

Waldbaustrategien im Klimawandel
Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Manfred Lexer

PEFC – Zertifizierung für einen zukunftsfitten Wald
Mag. Matthias Granitzer

 

Martin Huber; FAST Ossiach des BFW

 

Bildquelle: FAST Ossiach des BFW

 

 

 

 

 

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